Murnauer Moos: Der BUND Naturschutz feiert 40-jähriges Jubiläum

 

Ohne den jahrzehntelangen Kampf des BUND Naturschutz in Bayern e.V. für das Murnauer Moos sähe unsere Gegend heute wohl ganz anders aus. Dies ist einer der größten Erfolge und – neben dem 40-jährigen Vereinsjubiläum – ein weiterer Grund zum Feiern für die Ortsgruppe Murnau.

Das Murnauer Moos gilt als größtes lebendes Moor Mitteleuropas. Das Gebiet stellt den flächenmäßig größten und qualitativ bedeutendsten Komplex der Alpenrandmoore dar. Die Fülle der natürlichen Lebensräume – insbesondere die Feuchtgebiete, Magerrasen, Moorwälder und die Wälder der Köchel – beherbergen eine enorme Zahl an gefährdeten Arten. Das Moos dient außerdem als Wasser und CO²-Speicher und bietet damit Hochwasserschutz für flussabwärtsliegende Gemeinden. Des Weiteren befeuchtet und reinigt es die Luft und sorgt damit für ein ausgeglichenes Kleinklima. Es ist in weiten Teilen eine Kulturlandschaft, die durch dauerhafte Pflege von Landwirten erhalten wird.

Die Tradition der Moosverlosungen

Das Murnauer Moos ging nach der Säkularisation 1803 in den Besitz der Kommunen über. Jede Gemeinde verfuhr anders mit diesen neu erworbenen Flächen. In Murnau wurde ein sozial ausgeklügeltes und nachhaltiges Konzept entwickelt, bei dem die einzelnen Streuwiesen alle zehn Jahre neu verlost wurden.

Eine solche Moosverlosung war immer ein großes Fest für die Murnauer, vor allem für die Kinder, die die Lose ziehen durften. Jedes Bürgerhaus bekam den gleichen Anteil, der dauerhaft und unveräußerlich an das Haus gebunden war. Nach zehn Jahren wurde neu verlost. Bei der letzten Moosverlosung 1971 gingen die Flächen dann dauerhaft in das Eigentum der Besitzer über.

Wer mehr über die Moorlandschaft erfahren möchte, für den lohnt sich ein Ausflug ins Schloßmuseum. Hier läuft ab dem 01. Juli 2024 eine Ausstellung zur Murnauer Landschaft und ihrer Entstehung.

Die Beschützer des Murnauer Mooses

Die Ortsgruppe "Murnau mit Umgebung" des BUND Naturschutz in Bayern e.V.  (BN) schließt die Gemeinden Uffing, Seehausen, Spatzenhausen, Riegsee, Großweil, Schwaigen, Ohlstadt und Eschenlohe mit ein. Sie engagiert sich mit Vorträgen und Exkursionen in der Umweltbildung und wirbt für ein besseres Verständnis von Natur und ökologischen Zusammenhängen. Klimawandel und Artenschwund sind die akutesten Probleme unserer Zeit. Deshalb setzt sich der BN auch für die Energie- und Verkehrswende sowie für weniger Ressourcen- und Flächenverbrauch ein.

Die Mitwirkenden verstehen sich als Teil der Natur, die sie achten und mit der sie pfleglich umgehen. Außerdem geben sie Stellungnahmen in der Bauleitplanung ab, mischen in der kommunalen Organisation mit und versuchen, der Natur – so auch dem Murnauer Moos – eine Stimme zu verleihen. Sie pflegen Flächen wie das Murnauer Moos und treffen sich bei einem monatlichen Stammtisch, um weitere Aktionen zu planen. Für sie steht der Erhalt der Lebensgrundlagen von Mensch und Tier an erster Stelle. Sie sind stets auf der Suche nach neuen Mitgliedern, die das auch so sehen.

Die Jubiläumsfeierlichkeiten

Für das Jubiläum des BN ist ein Festakt am 07.06.24 um 18 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum Murnau geplant. Musikalisch begleitet wird das Event von dem jungen Jazzpianisten Pablo Struff, der zu schönen, teils abstrakten Naturbildern improvisieren wird. Es wird kurze Grußworte durch den Landrat, den Bürgermeister und den Kreisgruppenvorsitzenden geben. Danach schließt die 1. Vorsitzende der Ortsgruppe, Ingrid Geiersberger, mit einen Rück- und Ausblick. Außerdem folgen Beiträge von Schülerinnen und Schülern der Mittelschule und des Staffelseegymnasiums sowie ein visionärer Rückblick aus dem Jahr 2064 des Journalisten Claus Biegert.

Am Samstag, den 08.06.24, wird es dann von 14 bis 18 Uhr ein strom- und plastikfreies Spielefest im KulturPark geben: mit Sackhüpfen, Papierfalten, Basteln mit Naturmaterialien, Tauziehen, Boules, Schafkopfen und weiteren Aktivitäten. Bei Regen fällt die Veranstaltung zwar aus, doch der Kuchenstand ist trotzdem geöffnet und will geleert werden! Außerdem gibt es das ganze Jahr über ein spannendes Exkursionsprogramm.

Sie benutzen offenbar den Internet Explorer von Microsoft als Webbrowser, um sich unsere Internetseite anzusehen.

Aus Gründen der Funktionalität und Sicherheit empfehlen wir dringend, einen aktuellen Webbrowser wie Firefox, Chrome, Safari, Opera oder Edge zu nutzen. Der Internet Explorer zeigt nicht alle Inhalte unserer Internetseite korrekt an und bietet nicht alle ihre Funktionen.