Ausstellung im Rathaus Foyer

Kunst-Ausstellung von Marcel Krüßmann vom  07. - 31. Oktober 2026

Fabelhaftes in Form und Farbe

Marcel Krüßmann arbeitet mit einem breiten Spektrum an Materialien: Buntglas in seiner ganzen Vielfalt, Spiegel, Keramik, Blattgold, Metall, Holz und zementbasierte Baustoffe. Getragen wird seine Arbeit stets von einer feinen Portion Humor. Seine Mosaiken zeugen von viel Fantasie und (Selbst-)Ironie und werfen – trotz ihres bunten, humorvollen Erscheinungsbilds – einen ernsthaften und kritischen Blick auf die Welt. Sein Werk reicht von Wandskulpturen und Mosaikbildern über Skulpturen und Brunnen bis hin zu Spielen.

Material und Technik

Krüßmann arbeitet mit gebrochenem Buntglas unterschiedlicher Opazität und Farbsättigung, das er in mosaiktypischer Manier zu großen, ausdrucksstarken Farbflächen fügt. Von matt bis stark reflektierend changiert die Oberfläche des Glases und erzeugt so ein lebendiges Licht- und Schattenspiel, das sich mit Betrachterstandpunkt und Lichteinfall stetig verändert. Häufig verbindet sich eine zementbasierte oder keramische Unterkonstruktion mit der Glasmosaik-Verkleidung zu reliefartig aus der Fläche heraustretenden Objekten – ein Verfahren, das die Grenze zwischen Bild und Skulptur bewusst auflöst.

Farbe und künstlerische Vorbilder

Wie ein Maler setzt Krüßmann die Farben des Glases ein, um vielschichtige Licht- und Farbwirkungen zu komponieren. Seine Farbgebung folgt einer klaren Logik: Reine Farbtöne stehen unvermischt nebeneinander, ähnlich der dekorativen Flächigkeit des Impressionismus und der kraftvollen Reduktion des Expressionismus. Inspiration findet er in der Kunst der alten wie der jüngeren Meister – insbesondere in den Werken der Impressionisten, deren Gespür für Licht und Atmosphäre seine künstlerische Handschrift prägt. Auch die Malerei des Expressionismus hat seinen Blick für Farbkomposition geschärft: Die Fähigkeit, mit reduzierten Formen und leuchtenden Farben starke emotionale Wirkung zu erzielen, spiegelt sich in seinem eigenen Umgang mit Glas und Licht wider. Das Licht selbst – zentrales Anliegen der Impressionisten – erfährt bei Krüßmann eine materielle Übersetzung: Statt gemalt wird es durch die physische Beschaffenheit des Glases erzeugt, durch dessen Brechung, Reflexion und Transparenz, und so ins Dreidimensionale überführt.

Murnau als Inspiration

Ein Besuch in Murnau, dem einstigen Wirkungsort Gabriele Münters und Franz Marcs, hinterließ bei Krüßmann bleibende Spuren. Die kraftvolle Farbigkeit und der expressive Ausdruck ihrer Werke inspirierten ihn dazu, diese Eindrücke in seine eigene künstlerische Sprache zu übersetzen. Daraus entstanden die Wandskulpturen „Das weiße Haus" und „Katze auf einem Baum", die in der Ausstellung gezeigt werden.

Vernissage und Ausstellung

Zur Vernissage am 06. Oktober 2026 von 16:00 bis 17:30 Uhr können Sie den Künstler persönlich kennenlernen und mit ihm die Bild- und Farbwelt seiner 3-D-Mosaiken entdecken. Die Ausstellung wird vom 07. bis 31. Oktober 2026 zu den Öffnungszeiten des Rathauses gezeigt.
 

Zu sehen ist die Ausstellung vom 7. bis 31. Oktober 2026 zu den Öffnungszeiten des Rathauses.

Mo bis Fr   08:00 - 12:00 Uhr

Di 14:00 - 16:00 Uhr

Do 14:00 - 18:00 Uhr

Kunst im öffentlichen Raum

Wer in diesen Tagen durch Murnau geht, kann an vertrauten Orten Neues entdecken: Im Kulturpark und am Münter-Haus sind drei Kunstwerke aufgestellt worden, die den öffentlichen Raum für die Saison 2026 bereichern. Der Kunstbeirat hat sie im Rahmen der Initiative „Kunst im öffentlichen Raum“ ausgewählt, die der Markt Murnau dieses Jahr bereits zum zehnten Mal in Folge ausgeschrieben hat.

Im Kulturpark sind die Tierskulpturen ohne Titel von Ramona Bertl aus Altenau zu sehen. Die Holz-Stelen greifen die Nähe der Künstlerin zur Tierwelt und zum ländlichen Leben auf. Der Kunstbeirat würdigte die kunsthandwerkliche Qualität sowie den regionalen Bezug. Es war der Jury außerdem ein Anliegen, mit der Auswahl eine junge Künstlerin zu fördern und ihr eine Ausstellungsfläche im öffentlichen Raum zu geben.

Ebenfalls im Kulturpark wurde „Fau“ von Andreas Breitsamter aus Murnau aufgestellt. Die Skulptur überzeugte den Kunstbeirat durch ihre eigenständige Form und ihre dreidimensionale Wirkung. Die Jury hob insbesondere die Materialwahl vor, in der sich ein ausgeprägter Gestaltungswille zeige.

Am Münter-Haus ergänzt „Die Wäscheleine der Gabriele Münter“ von Susanne Winter aus Riegsee den öffentlichen Raum. Die Arbeit nimmt Bezug auf ein Holzschnittmotiv von Gabriele Münter und überträgt es in eine dreidimensionale Form. Der Kunstbeirat würdigte die originelle Idee, den gelungenen Bezug zum Standort und die interessante Materialwahl.

Alle drei Kunstwerke laden dazu ein, bekannte Orte neu wahrzunehmen und Kunst im Alltag unmittelbar zu erleben.