2026 jährt sich der Geburtstag von Ödön von Horváth zum 125. Mal. Die Murnauer Ödön-von-Horváth-Gesellschaft widmet sich dem Schriftsteller und zeigt, dass es neben seinen bekannten Bühnenwerken noch viel zu entdecken gibt.
Horváth und Murnau sind eng miteinander verbunden. Die Ödön-von-Horváth-Gesellschaft setzt sich seit Jahren dafür ein, sein Werk für ein heutiges Publikum lebendig zu halten. Lesungen, Musik und Theater gehören ebenso dazu wie Veranstaltungen an ungewöhnlichen Orten – etwa in der Metzgerei Haller. Auch Schulen werden einbezogen. Denn es gibt bei Horváth noch so manche Entdeckung zu machen.
Ein vielseitiges Jubiläumsjahr
Zum 125. Geburtstag hat die Gesellschaft deshalb ein facettenreiches Programm zusammengestellt. Nahezu jeden Monat fand eine Veranstaltung statt. Bevor das Jubiläumsjahr zu Ende geht, stehen noch weitere Höhepunkte an: Dokumente wurden als Dauerleihgabe an das Schloßmuseum Murnau übergeben, ein Illustrationswettbewerb für Schulen zu Horváths Sportmärchen findet statt und im Dezember wartet eine Überraschung.
Auf die Ergebnisse des Illustrationswettbewerbs freut sich Gabi Rudnicki, Vorsitzende der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft, besonders: „Ich bin gespannt, wie die jungen Künstlerinnen und Künstler Horváths Texte bildnerisch umgesetzt haben.“ Einige der Ergebnisse werden im Dezember in der Murnauer Pulpo Gallery zu sehen sein.
Was sie persönlich an dem Schriftsteller fasziniert? Vor allem sein Blick auf die Menschen: „Horváth ist ein sehr genauer Beobachter“, sagt Rudnicki. „Mit feinem Gespür erfasst er die Sorgen und Nöte der Menschen, ihr Miteinander oder Aneinandervorbei.“ Besonders beeindruckt sie dabei seine Sprache: „Oft kommen seine Sätze schlicht und einfach daher und haben doch eine existenzielle Tiefe, die einen umhaut.“
Eine Geburtstagsrevue für Horváth
Ein besonderes Highlight erwartet das Publikum am 13. und 14. November im großen Griesbräu-Saal. Bei der Geburtstagsrevue des Kulturbeirats Murnau für Horváth wirken mehrere Murnauer Vereine mit. Gemeinsam lassen sie die 1920er- und 1930er-Jahre in Murnau lebendig werden und rücken zugleich den Menschen hinter den Texten in den Mittelpunkt.
Für musikalische Akzente sorgt der Staffelsee-Chor mit Liedern aus den Zwanzigern. Ein Quartett des Murnauer Kammerorchesters bringt passende Musik auf die Bühne. Der Historische Verein steuert mit Unterstützung des Schloßmuseums und des Marktarchivs Murnau historische Fotografien bei. Auch der Kunstverein hat sich etwas Besonderes für die Gestaltung der Bühne überlegt, das Horváth als Bühnenautor aufgreift. Ergänzt wird das Programm durch Texte von und über den Schriftsteller. Beide Abende sind inhaltlich identisch.
Wer Horváth noch nicht kennt, dem empfiehlt Rudnicki seine Sportmärchen oder den Roman „Sechsunddreißig Stunden“ als Einstieg. Doch auch der Horváth-Rundweg führt an sehr schönen Plätzen in Murnau vorbei und man erfährt viel über Horváth, sein Werk und seine enge Beziehung zum Marktort.